Mit GTA: Chinatown Wars bekamen die Besitzer eines Nintendo DS seinerzeit den ersten vollwertigen Ableger der Serie spendiert. Auch wenn die Macher von Rockstar seinerzeit versicherten, dass man sich von den anfangs enttäuschenden Verkaufszahlen nicht aus der Ruhe bringen lässt und die Nintendo DS-Version als ein langfristiges Projekt sieht, folgte nach wenigen Monaten die Ankündigung einer PlayStation Portable-Fassung, die mittlerweile in der Redaktion eintrudelte und sich unserem kritischen Blick stellen musste. Im Voraus lässt sich sagen, dass diese zwar nur wenige Neuerungen mit sich bringt, auf der PlayStation Portable aber einen rundum überzeugenden Eindruck hinterlässt.
Mit jedem Grand Theft Auto-Titel wird auch ein neuer Hauptcharakter eingeführt. Hatte man sich bei Teil 4 erstmals einem Osteuropäer namens Niko Belic gewidmet, steht in GTA: Chinatown Wars ein junger Asiate namens Huang im Mittelpunkt. Dieser verwöhnte Schnösel einer ehrbaren Triadenfamilie aus Hong Kong fliegt im Auftrag seines ermordeten Vaters in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, genauer gesagt nach Liberty City. Dort soll er seinem Onkel das Schwert Yu Jian übergeben, welches sich seit Generationen im Besitz der Familie befindet - das Symbol von Ehre und Tradition und außerdem sollte es die Vorherrschaft in Liberty City sichern. Die Betonung liegt auf sollte, denn Huangs Vater war alles Andere als ehrenhaft und er hat das Schwert lediglich gewonnen. Seine Leidenschaften waren das Glücksspiel, Drogen und junge Damen. Trotzdem war er im tiefen Herzen ein guter Kerl und seinem toten Vater schlägt man normalerweise keinen Gefallen ab, außerdem ist das gleichzeitig eine gute Gelegenheit, die Umstände des Todes zu untersuchen. Immerhin muss die vermeintliche Ehre der Familie bewahrt werden. Doch bereits die Ankunft in Amerika verläuft anders als erwartet. Statt mit offenen Armen empfangen zu werden, wird Huang noch auf dem Flugplatz verprügelt, angeschossen, entführt und soll auch noch umgebracht werden. Zu allem Überfluss wird ihm auch das Schwert gestohlen. Durch diesen Verlust steht er natürlich tief in der Schuld seines Onkels. In dem Taugenichts Huang entwickelt sich so langsam eine gewisse Trotzigkeit. Erstens will er den Tod seines Vaters aufklären und zweitens kann es nicht sein, dass so ein einfacher Botenauftrag nicht zu bewältigen ist und damit beginnt ein gewaltdurchtränkter Feldzug durch Chinatown und ganz Liberty City. Auf der PlayStation Portable stellt man den Spielern eine Hand voll neuer Missionen zur Verfügung, die einen Blick hinter die Kulissen des organisierten Verbrechens ermöglichen und neue Protagonisten wie die Journalistin Melanie Mallard in den Mittelpunkt rücken.
Dass die PlayStation Portable nicht die gleichen technischen Fähigkeiten wie eine Xbox 360 oder PlayStation 3 hat, ist kein Geheimnis. Aus diesem Grund wurde Liberty City auch ein wenig angepasst. Spieler des vierten Teils werden sich aber sofort zurecht finden und ganze Straßenzüge wiedererkennen. Sogar der Vorspann ist an den großen Bruder angelehnt. Doch bevor Huang die Straßen unsicher machen kann, muss er sein eigenes Leben retten. Nachdem er nämlich angeschossen wurde, hat man ihn auf die Rückbank eines Autos verfrachtet und will ihn im örtlichen Hafen versenken. Das gelingt auch auf den ersten Blick. Zum Glück darf der Spieler jetzt erstmals selbst aktiv werden. Auf dem Bildschirm sieht man nämlich wie das Auto langsam aber sicher untergeht. Doch mit ein paar kräftigen Tritten gegen die Heckscheibe befreit man Huang relativ problemlos. Dieses erste Minispiel hat einen kleinen Vorgeschmack darauf gegeben, wie das gesamte Abenteuer ablaufen wird. Neben dem GTA-typischen Gameplay erwarten den Spieler eine Vielzahl von eingesetzten Minispielen, die auf der PlayStation Portable leider ein wenig aufgesetzt wirken. Während auf dem Nintendo DS an dieser Stelle der Touchscreen oder das Mikrofon zum Einsatz kommen, verließ man sich auf der PlayStation Portable auf den Analog-Stick und die Action-Buttons, was einfach nicht hundertprozentig intuitiv wirkt. Man merkt einfach, dass die Minispiele ursprünglich auf die Eigenheiten des Nintendo DS zugeschnitten wurden. Welche Aufgaben im Detail warten, werden wir noch erläutern, zunächst gilt es, sich bei besagtem Onkel zu melden und ihm von dem Unglück des gestohlenen Schwertes zu erzählen. Und wie geht das bei GTA am schnellsten? Richtig, wir klauen ein Auto. Entweder man zieht durch Tastendruck einen Fahrer bei laufendem Motor aus dem Verkehr oder man schnappt sich ein parkendes Gefährt. Bei der zweiten Möglichkeit kann es sein, dass man das Vehikel seiner Wahl erst kurzschließen, mit einem Schraubenzieher zum Starten überreden oder einen Computer zum Knacken der Alarmanlage einsetzen muss. Sitzt Huang im Auto, kommt die aus GTA IV bekannte Fahrphysik zum Tragen. Jedes Auto oder Motorrad fühlt sich anders an und es gibt eine Menge davon. Sogar Boote lassen sich nutzen und selbstverständlich sind auch wieder zahlreiche Radio-Sender mit unterschiedlichen Stilrichtungen vorhanden.




















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